Rücktrittsrecht: Wie kann ich Verträge kündigen?

Ein Einkauf im Internet ist schnell vollzogen. Mit einigen wenigen Klicks ist die Bestellung abgeschickt. Genauso schnell kann man einen Kauf schon bereuen. Aber es gibt ja das 14-tägige Rückgaberecht. Doch wie sehen die Bedingungen für dieses Recht genau aus? Gilt es auch bei Nichtgefallen? Und unterliegen Internetkäufe auch diesem Gesetz?

14-tägiges Rückgaberecht gilt in der Regel auch im Internet

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch kann fast jeder Fernabsatzvertrag ohne Angaben von Gründen innerhalb von 14 Tagen wiederufen werden. Das Bundesfinanzministerium hat das Bürgerliche Gesetzbuch zum kostenlosen Anschauen im Internet veröffentlicht. Dort können Sie die genaue Formulierung des Fernabsatzgesetzes nachlesen. Dieser Vertrag gilt auch für Waren, die in einem virtuellen Auktionshaus ersteigert worden sind. Selbst wenn das gekaufte Produkt alle zuvor gemachten Versprechungen einhält, können Sie es bei Nichtgefallen innerhalb der gesetzten Frist zurückgeben. Dieses Gesetz beinhaltet allerdings einige Ausnahmen. So gibt es einige Waren, die vom Rückgaberecht ausgeschlossen sind. Dazu gehören zum Beispiel verderbliche Produkte, entsiegelte Software oder Güter, die nicht zurückgesendet werden können. Zudem gibt es im Dienstleistungsbereich sehr viele Ausnahmen, bei denen das Fernabsatzgesetz nicht gilt. Erfolgt zum Beispiel eine kostenpflichtige Beratung vor dem Ablauf der 14-tägigen Frist, kann das Geld nach der Serviceleistung nicht ohne Grund zurück verlangt werden.

Online-Geschäfte von Kindern

Auch im Internet gilt der Grundsatz: Nur wer volljährig ist, ist unbeschränkt geschäftsfähig. Kinder unter sieben Jahren gelten sogar als geschäftsunfähig und können daher gar keine Geschäfte im Internet abschließen. Falls ein so junges Kind dennoch etwas im Internet kauft, gilt der Vertrag als ungültig. Die Eltern sind in diesem Fall nicht zu einer Zahlung verpflichtet. Kinder ab sieben Jahren können nur im Rahmen Ihres Taschengeldes etwas kaufen. Ohne Einwilligung der Eltern dürfen Kinder jedoch auch Waren zu niedrigen Preisen nur dann kaufen, wenn Sie es sofort bezahlen. Da im Internet Bestellungen meistens erst im Nachhinein bezahlt werden, sind Internetkäufe von Minderjährigen in der Regel ungültig.

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